Archiv für März 2013

Rebell: Huey Newton

Rebell | Huey Newton

Huey konnte Streetgang-Typen aufgabeln und in ihnen soziales Bewusstsein erwecken.*

Kreuzberg | 18.3.2013. »Ich hatte nicht einen Lehrer, der mir irgendetwas Relevantes für mein Leben oder meine Erfahrungen beigebracht hat. Nicht ein Lehrender hat in mir den Wunsch erweckt mehr zu lernen, Fragen zu stellen oder die Welt der Literatur, Wissenschaft und Geschichte zu entdecken. Alles, was sie taten, war mir den Sinn meiner Einzigartigkeit und den Wert als Mensch zu rauben, was fast meinen Drang Untersuchungen anstellen zu wollen, abgetötet hätte.«** Diese bittere Erkenntnis schrieb Huey Newton in seiner schon 1973 verfassten Biografie »Revolutionärer Selbstmord« nieder. Newton wuchs in Armut in Oakland auf und trotz des ausgeprägten Rassismus in den 1960er Jahren in den USA, schloß er zu­nächst die Schule ab, allerdings als Analphabet. Autodidaktisch brach­te er sich Lesen bei und begann Rechtswissenschaften zu studieren. [weiter lesen…]

Hoffnung lebt weiter – zum Tod von Hugo Chavez

Constitución de Venezuela

Unsere politischen Führer gehen von Gipfel zu Gipfel, aber unsere Völker gehen von Abgrund zu Abgrund.*

* Chávez in der Schlusssitzung des Weltgipfels in Johannesburg für die Gruppe der so genannten Entwicklungsländer | 4.9.2002

5.3.2013 | Caracas | Venzuela. Um 16:47 Uhr wurde der Tod des schwer krebskranken venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez Frias festgestellt. Weltweit gibt es Kommentare zu seinem Tod. Nach 14 Jahren Präsidentschaft ist dies trotz des Wissens um seine Krankheit ein schwerer Schlag für Venezuela und die Entwicklungen rund um die Idee des Sozialismus des 21. Jahrhunderts in Südamerika.
Chavez steht für einen Weg realpolitisch den Versuch zu starten den Kapitalismus (nicht nur in seinem Land) umzukrempeln, ohne dabei von vorneherein als Reformer aufgetreten zu sein. Im Gegenteil, sein Programm war die Revolution (in der Revolution). Ein Verständnis von grundsätzlicher Veränderung zur Teilhabe der Ausgeschlossenen vom gesellschaftlich durch alle erzeugtem Reichtum. Breit angelegte Sozialprogramme gegen Armut, für gesundheitliche Versorgung, Bildung aller und Selbstermächtigung mit Hilfe der verdammten Ölressourcen des Landes, hat sich als unmittelbar gangbarer Weg zur Bekämpfung sozialer Not erwiesen. Politisch sind die Versuche der kommunitären Selbstverwaltung/Selbstbestimmung (Consejos Comunales) aufsehend erregend und ein zarter Anfang, zur Realisierung der Vorstellung eines prinzipiell anderen Aufbaus zur Produktion gesellschaftlich notwendiger Güter und der politischer Basisentscheidungen. [weiter lesen…]