Archiv für April 2012

Rebell: Víctor Jara

Rebell | Víctor Jara

Er war einer der großen Helden des wirklichen Volksliedes, eine der Lichtgestalten in Lateiname­rika, ein Che Guevara mit Gitarre.*

Kreuzberg | 27.4.2012. Der 11. September 1973 markiert in ganz Südamerika ein großes Trauma. An diesem Tag putschte General Pinochet blutig gegen die von der Mehrheit des Volkes gewählte sozialistische Regierung der Unidad Popular unter Salvador Allende. Der Putsch wurde durch die CIA und den US-Konzern ITT aktiv unterstützt. Zum Zeitpunkt der Stürmung und Bombardierung des Präsidentenpalastes durch die Militärs war Víctor Jara in der technischen Universität von Santiago geblieben, weil es ihm aufgrund der politisch gefährlichen Lage zu riskant erschien, nachts noch auf den Straßen unterwegs zu sein. Er wurde zusammen mit anderen Leidensgenoss_innen in das Fußballstadion verschleppt, wo er brutal zusammengeschlagen wurde. Die Militärs brachen ihm beide Hände, damit der beliebte Sänger und Regisseur nie wieder Gitarre spielen könne. [weiter lesen…]

Rebell: Max Hoelz

Rebell | Max Hoelz

Die Sprengungen erfolgten genau nach vorgesehenem Plan in Dresden, Freiberg, Leipzig und anderen Orten, wo die Klassenjustiz besonders gewütet hatte.*

Kreuzberg | 14.4.2012. Ausschluss aus der KPD wegen Disziplinlosigkeit, so das Partei-Urteil gegen Max Hölz 1920. Der 1919 der KPD-Beigetretene verfolgte seine eigenen Vorstellungen von der Erlangung der Revolution zur Abschaffung des Kapitalismus. Hölz organisierte im Vogtland/Thüringen über 1000 bewaffnete Arbeiter_innen. Er betei­ligte sich maßgeblich am Mit­tel­deutschen Auf­stand 1921. Schon in den revolutionären Aufständen im November 1918 war Max Hölz Mitbegründer des Arbeiter- und Soldaten­rates in Falkenstein gewesen.
»Ich versuchte [ …] für die revolutionäre Sache zu wirken. Die »Leipziger Volks­zeitung« richtete in Plauen im Vogtland eine Druckerei ein und gründete ein USP-Organ für das ganze Vogtland, die »Vogtländische Volkszeitung«. Dort meldete ich mich und wurde zunächst damit beschäftigt, Abonnenten zu werben. Durch dieses Werben von Haus zu Haus – treppauf, treppab für eine Bewegung, die ich selbst verstandesmäßig noch nicht voll erfasst hatte, lernte ich viel. Als dann die Vorbereitungen für die Wahlen zur Nationalversammlung einsetzten, wurde ich von den Plauener USPD-Leuten – ich war Mitglied der USPD geworden – in die umliegenden Ortschaften geschickt, um dort mit anderen Genossen zusammen Versammlungen einzuberufen und Ortsgruppen zu gründen. Auf diese Weise sind unter meiner Mitwirkung die Ortsgruppen in Reichen­bach, Netschkau und Mühlau entstanden. Und in Reichenbach im Vogtlande habe ich in den Januartagen 1919 als Flugzettelverteiler der USPD meine ersten kräftigen Prü­gel von SPD-Fanatikern be­zogen.«** [weiter lesen…]