Archiv für Februar 2012

Rebellin: Marina Ginestà

Rebellin | Marina Ginestà

Wir hatten das Gefühl, dass die Vernunft auf unserer Seite ist und wir siegreich den Krieg beenden werden.*

Barcelona | 24.2.2012. Das Foto einer jungen Milizionärin auf dem Dach des Hotels Colón in Barcelona vom Juli 1936 ist heute Symbol für den Widerstand der Spanischen Republik gegen den Putsch der Truppen unter dem späteren faschistischen Diktator General Franco.
Lange war die abgebildete Person unbekannt, bis ein Journalist 2008 Marina Ginestà in Paris ausfindig machte. Die 89 alte Frau war mit 17 Jahren in Spanien Übersetzerin für eine psycho­analytischen Arzt gewesen und beteiligte sich bewaffnet an der Verteidigung der sozialistischen Idee. [weiter lesen…]

Rebell: Rudi Dutschke

Rebell | Rudi Dutschke

Wäre ich in Lateinamerika, würde ich mit der Waffe in der Hand kämpfen. Ich bin nicht in Latein­amerika, ich bin in der Bundesrepublik. Wir käm­pfen dafür, daß es nie dazu kommt, daß Waffen in die Hand genommen werden müssen. Aber das liegt nicht bei uns. Wir sind nicht an der Macht.*

Kreuzberg | 6.2.2012. 2008 wurde ein Teil Kochstraße in Berlin nach jahrelangen öffentlichen Kon­flikten und einer Volksbefragung in Rudi-Dutschke-Straße um­benannt. Der kurze Straßenabschnitt grenzt direkt an die Axel-Springe-Straße. Ausdruck der Konfrontation der APO, als deren studentischer Kopf Rudi Dutschke heute gilt oder eher Ausdruck der integrativen Umarmungsgeste einer Gesellschaft, die die Revolte von 1968 gerne als Teil ihrer demokratischen Verfasstheit interpretieren will?
Rudi Dutschke wurde am 11. April 1968 vom einem rechtsgerichteten Schützen in den Kopf geschossen. Zu dieser Zeit hatten die bürgerlichen Me­dien Dutschke als »Rädelsführer« etikettiert. Im Februar 1968 war der »SDS-Ideologe Dutschke« als »ungewaschene, verlauste und verdreckte Kreatur«** be­schimpft worden. [weiter lesen…]