Archiv für Juli 2011

Rebell: Johannes Agnoli

Rebell | Johannes Agnoli

Man hört immer wieder, daß die Ab­schaffung des Staates eine Utopie sei. Meiner Ein­­schät­zung nach ist es aber der einzig realistische Weg für eine humane Zukunft.*

Kreuzberg | 26.7.2011. Ausschluss aus der SPD 1961 – nur vier Jahre nach seinem Beitritt, war die Konsequenz des Unvereinbarkeitsbeschluss der SPD mit dem SDS. Schon früh erkannte die ab 1966 regierungs­beteiligte SPD offensichtlich das aufrührerische Potential der aufkommenenden außerparlamentarischen Bewegung, deren Höhepunkt 1968 einer ganzen, aufbegehrenden Generation ihren Namen gab. Johannes Agnoli gehörte zweifelsohne schon 1968 zu den politisch beschlageneren Geistern – gilt er doch als einer der Vordenker der APO. [weiter lesen…]

Rebell: Mumia Abu Jamal

Rebell | Mumia Abu-Jamal

Die Medien – selbst eine Waffe von Megaunter­nehmensmacht – füttern die Angstmaschi­ne­rie, so dass die Leute geladen sind wie Knarren, um Krieg zu unterstützen mit Gerüchten, Unter­stellungen, Legenden und Lügen.*

Kreuzberg | 7.3.2011. »Voice of the voice­less« sagt bereits viel über den Journalisten und Aktivisten für die Rechte von Afro-Amerikaner_innen, Mumia Abu-Jamal aus. Diesen Namen erwarb er sich als Radio­journalist mit parteiischen, so­zial-politischen Reportagen in den 1970er Jahren in Philadelphia. »Free Mumia« ist hingegen der Aufschrei, der dieser Tage von Transparenten, Plakaten und Petitionen hallt. Mumia Abu-Jamal sitzt seit 30 Jahren in der Todeszelle, seit 1995 im Hochsicherheitstrakt in Pennsylvania. Er wurde zum Tode verurteilt, weil die US-Justizbehörden ihn in einem manipuliertem Verfahren des Mordes an einem Polizisten beschuldigten, den er nicht begangen hat. Mumia Abu-Jamal ist der heute wohl bekannteste »Todeskandidat« in den überfüllten Gefängnissen der USA. [weiter lesen…]

IKONEN ZUM ANFASSEN

Berlin. Kreuzberg. 3. Juli 2011. In den folgenden Wochen wird hier mein Abschlussprojekt »Ikonen zum Anfassen« dokumentiert. »Ikonen zum Anfassen« entstand als Abschlusspraxisprojekt des 6. Semesters Druck- und Medientechnik an der Beuth Hoch­schule für Technik Berlin im Frühjahr/Sommer 2011. Inhaltlich ist es ein »Geschichts­fächer«, der den oftmals unsichtbaren Teil der Geschichtsschreibung behandelt und der versucht, die weißen Seiten des großen Geschichtsbuchs etwas zu füllen.
Formell ist es ein Konglomerat verschiedener drucktechnischer Verfahren und einer Menge Handarbeit. Ästhetisch aus einem Guss, mit dem Anliegen, den abgebildeten Individuen und ihrer Einzigartigkeit gerecht zu werden.
Was alle abgebildeten Ikonen verbindet ist v.a. die Tatsache, dass sie in ihrem jeweiligen gesell­schaftlich-historischem Kontext Rebellen bzw. Rebellinnen waren oder sind. Sie zettelten also jeweils einen Umwälzungsprozess an, in dem sich das Untere nach oben kehren wollte, Randständiges ins Zentrum drängte, Ausgeschlossenes auf sein Recht der Be­teiligung pochte oder aber Entrechtete um den Respekt ihrer Würde rangen bzw. ringen. [weiter lesen…]