Brutale, illegale Räumung des selbstverwalteten Zentrums »La Okupa/Jugendhaus« in Quito

Loch der Staatsgewalt Quito | 25. Oktober 2010. Das im nördlichen Stadtteil »Carcelen Bajo« gelegene selbstverwaltete Jugendhaus »La Okupa – casa joven« wurde in den frühen Morgenstunden des 25. Oktober 2010 gegen 3.30 Uhr brutal durch bewaffenete Polizisten geräumt. Die Polizei kam mit einer Anordnung der Stadtverwaltung Quito, machte sich nicht die Mühe die Tür einzuschlagen, sondern riss mit riesigen Vorschlaghämmern ein menschhohes Loch in die Wand. Die anwesenden Jugendlichen wurden rabiat heraus befördert und geschlagen.
Die Räumung kam – politisch betrachtet – nicht überraschend, da die örtliche Stadtverwaltung seit Monaten versuchte mit verschiednen Schikane, dass seit 5 Jahren besetzte Jugendhaus einerseits zu vereinnahmen und andererseits dem selbstverwalteten Status den gar aus zu machen. Offizielle Begründung seitens der Stadt ist, dass sie genau dort ein kommunitäres Zentrum errichten wollten.
Dies ist fadenscheinig, denn es gibt zahllose, vernachlässigte Orte in der Hand der Stadt, die ausreichend Platz für ein derartiges Projekt bereitstellen.
Überraschend kam die Räumung insofern, als das die aktivistischen Jugendlichen um die unmittelbare Gefahr der Räumung wussten und am letzten Donnerstag eine Art einstweilige Verfügung zum Schutz ihres Projektes rechtlich beantragt hatten. Dies ist laut der neuen ecuadorianischen Verfassung möglich. Zum Zeitpunkt der illegalen Räumung, war dieser rechtliche Schutz gültig.
Ähnlich wie in der BRD oder auch Europa, fehlt es an selbstverwalteten Jugendzentren, die Platz für andere Modelle der Arbeit und kollektiven Daseins lassen. »La Okupa – casa joven« stellte diesbezügliche einen begrüssenswerten, stabilen Ansatz dar.
Bleibt zu hoffen, dass die Aktivist/innen in Hinblick auf die Verfassung, ihr Projekt fortsetzen können und die Stadtverwaltung und Polizei entsprechend zu Schadensersatz verpflichtet werden können.

Solidaritätserklärung verschiedener Basisinitiativen:

Gegen polizeiliche Gewalt! Solidarität mit »La okupa/Jugendhaus«

Kundgebung zur Situation von »La okupa«
Wir protestieren gegen die gewaltsame und illegale Räumung!
Für die Rückgabe des Ladens »La okupa/Jugendhaus«

Diesen Dienstag, 26. Oktober um 15 Uhr.
Ort: Vor der Stadtverwaltung Quito (Platz der Unabhängigkeit)

Wir solidarisieren uns zutiefst mit den Genoss/innen die sich erhoben haben mit Freude und ernsthaftem politischem Engagement, seit mehr als 5 Jahren. »La Okupa/Jugendhaus«, gelegen im »Parque Ecológico« im Stadtteil »Carcelén Bajo«, wurde in den frühen Morgenstunden zu unwirtlicher Zeit und brutal durch die Polizei geräumt, die eine Anordnung der Stadtverwaltung Quito, bewilligt von Augusto Berrera. Es erschient widersprüchlich, dass eine Stadtregierung auf den Grundfesten der Verfassung und Politiker der »Bürgerrevolution«, sich zerstörerischer Praktiken gegen autonome und kollektive Prozesse bedienen, im Namen von Entwicklungen für die Allgemeinheit; aber dies geschieht in unserer Stadt.

Wir sollten uns erinnern, dass seit dem Jahre 2001, als dieser besetzte Ort, der heute »La Okupa« heisst, ein verkommener, mit Müll befüllter, feindlseeliger, gefährlicher Ort war. Verschiedene Jugendliche entschieden sich, eine der wertvollsten Erfahrungen zu durchschreiten, die in der Stadt Quito stattgefunden haben, gegründet auf freiwillige Arbeit. Diese Jugendlichen richteten diesen Ort wieder her, die alles auf eine Karte setzten um einen kollektiven, offenherzigen Ort zu schaffen, der Alternativen der Ausbildung und Austausch von Wissen darbot, für den Stadtteil und die Stadt, und das mit Erfolg.

Seit einigen Monaten hat die die örtliche Verwaltung ununterbrochen verschiedene Aktionen unternommen, um »La Okupa« zu räumen, mit dem offiziellen Ziel ein kommunitäres Zentrum gerade dort entstehen zu lassen, um das langjährige autonome Projekt zu erdrücken, und nicht zuletzt sich seine Arbeit anzueignen. Und dies wissentlich, obwohl es städtisches vernachlässigtes Eigentum zu Hauf in diesem Bereich gibt, dass dieses so genannten kommunitäre Zentrum mit bezahlten Angestellten beherbergen könnte.

Um die Hetze der Stadtverwaltung wissend, haben die Jugendlichen eine »konstitutionellen Schutz« (neue Regelung in der ecuadorianischen Verfassung, Anm. d. Übersetzers) beantragt, der rechtmäßig ist. Dieser wurde in den frühen Morgenstunden mit polizeilicher Gewalt, bewaffneten Beamten durch eine Anordnung der Stadtverwaltung, übergangen.

Wir solidarisieren uns mit den Genoss/innen dieses wirklichen kommunitären Zentrums, wir unterstützen die selbstverwalteten und Kollektiven Ansätze, die mit Freude und Liebe in dieser Stadt erhoben haben!

Wir klagen die Regierung der Gewalt durch die Stadtverwaltung an, darüber hinaus war die Räumung dieses selbstverwalteten Projekte illegal!

Wir verlangen die Rückgabe des Hauses »La Okupa«!

Kundgebung zur Situation von »La okupa«
Wir protestieren gegen die gewaltsame und illegale Räumung!
Für die Rückgabe des Ladens »La okupa/Jugendhaus«

Diesen Dienstag, 26 Oktober um 15 Uhr.
Ort: Vor der Stadtverwaltung Quito (Platz der Unabhängigkeit)

Casa feminista de Rosa
Centro Cultural y sustentable El Pungu
Indymedia-Ecuador
El Churo Comunicaciones
Proyecto TransGénero
Salud Mujeres
Coordinadora Juvenil por la Equidad de Genero
Colectivo Surgente
Rompekandados
Asamblea de Mujeres populares y diversas del Ecuador
Fundación Causana

Quelle: Indymedia Ecuador