Rebell: Heinz Kiwitz

Rebell | Heinz Kiwitz

Guernica, Konzen­trations­lager und Krieg gegen die Religion – was hat deutsche Kunst mit diesem Totentanz der mensch­lichen Kultur anders zu schaffen, als dass sie die Geissel schwingt gegen diesen Gewalt­marsch in die Barbarei?*

Kreuzberg | 6.5.2012. Aus Angst vor weiteren Repressalien vernichtete der Duisburger Holzschnitzer Heinz Kiwitz 1934 einen Großteil seiner Arbeiten. Kiwitz war gerade aus dem KZ Börgermoor/Papenburg entlassen worden. Ein Jahr zuvor war er dorthin wegen »antifaschistischer Tätigkeit« und »gesellschaftskritischer Arbeiten«** verschleppt worden, nachdem er seine Duisburger, kommunistische Freundin im Gefängnis besucht hatte. Mit der Machtübertragung auf die Faschisten, hatten die SA-Schlägertrupps sein Atelier in Berlin überfallen. [weiter lesen…]

Rebell: Víctor Jara

Rebell | Víctor Jara

Er war einer der großen Helden des wirklichen Volksliedes, eine der Lichtgestalten in Lateiname­rika, ein Che Guevara mit Gitarre.*

Kreuzberg | 27.4.2012. Der 11. September 1973 markiert in ganz Südamerika ein großes Trauma. An diesem Tag putschte General Pinochet blutig gegen die von der Mehrheit des Volkes gewählte sozialistische Regierung der Unidad Popular unter Salvador Allende. Der Putsch wurde durch die CIA und den US-Konzern ITT aktiv unterstützt. Zum Zeitpunkt der Stürmung und Bombardierung des Präsidentenpalastes durch die Militärs war Víctor Jara in der technischen Universität von Santiago geblieben, weil es ihm aufgrund der politisch gefährlichen Lage zu riskant erschien, nachts noch auf den Straßen unterwegs zu sein. Er wurde zusammen mit anderen Leidensgenoss_innen in das Fußballstadion verschleppt, wo er brutal zusammengeschlagen wurde. Die Militärs brachen ihm beide Hände, damit der beliebte Sänger und Regisseur nie wieder Gitarre spielen könne. [weiter lesen…]

Rebell: Max Hoelz

Rebell | Max Hoelz

Die Sprengungen erfolgten genau nach vorgesehenem Plan in Dresden, Freiberg, Leipzig und anderen Orten, wo die Klassenjustiz besonders gewütet hatte.*

Kreuzberg | 14.4.2012. Ausschluss aus der KPD wegen Disziplinlosigkeit, so das Partei-Urteil gegen Max Hölz 1920. Der 1919 der KPD-Beigetretene verfolgte seine eigenen Vorstellungen von der Erlangung der Revolution zur Abschaffung des Kapitalismus. Hölz organisierte im Vogtland/Thüringen über 1000 bewaffnete Arbeiter_innen. Er betei­ligte sich maßgeblich am Mit­tel­deutschen Auf­stand 1921. Schon in den revolutionären Aufständen im November 1918 war Max Hölz Mitbegründer des Arbeiter- und Soldaten­rates in Falkenstein gewesen.
»Ich versuchte [ …] für die revolutionäre Sache zu wirken. Die »Leipziger Volks­zeitung« richtete in Plauen im Vogtland eine Druckerei ein und gründete ein USP-Organ für das ganze Vogtland, die »Vogtländische Volkszeitung«. Dort meldete ich mich und wurde zunächst damit beschäftigt, Abonnenten zu werben. Durch dieses Werben von Haus zu Haus – treppauf, treppab für eine Bewegung, die ich selbst verstandesmäßig noch nicht voll erfasst hatte, lernte ich viel. Als dann die Vorbereitungen für die Wahlen zur Nationalversammlung einsetzten, wurde ich von den Plauener USPD-Leuten – ich war Mitglied der USPD geworden – in die umliegenden Ortschaften geschickt, um dort mit anderen Genossen zusammen Versammlungen einzuberufen und Ortsgruppen zu gründen. Auf diese Weise sind unter meiner Mitwirkung die Ortsgruppen in Reichen­bach, Netschkau und Mühlau entstanden. Und in Reichenbach im Vogtlande habe ich in den Januartagen 1919 als Flugzettelverteiler der USPD meine ersten kräftigen Prü­gel von SPD-Fanatikern be­zogen.«** [weiter lesen…]

Rebell: John Heartfield

Rebell | John Heartfield

Ja, was soll den Arbeitern die Kunst?
Haben die Maler ihren Bildern die Inhalte gegeben,
die dem Befreiungs­kampf der arbeitenden Men­schen entsprechen,
die sie lehren sich zu befreien
aus dem Joch tausend­jähriger Unterdrückung?!
Sie haben die Welt trotz all dieser Schande
im beruhigenden Lichte gemalt.
*

Kreuzberg | 30.3.2012. Die Wahrheit setzt sich aus Fakten zusammen. Die Anordnung der Fakten, ihre Betrachtungsweise entscheidet über die Wahrnehmung von Wahrheit. So könnte das philosophisch-politische Konzept der Fotomontage von John Heartfield beschrieben werden. Er gilt als der große Könner und Erfinder der gesellschaftskritischen Foto­montage/-kollage. Fakten sind hier Teile der Wirklichkeit, fotografisch dokumentiert; die anschließend neue Kon­textualisierung entspricht dem Aufmachen einer neuen Pers­pektive, einer anderen Wirk­lichkeit.
Aufgrund der Bedeutung des Fotos als Abbild der Realität war die Fotomontage ein höchst geeignetes Mittel politischer Agitation und ethischer Erziehung. Die Fotografie war erste Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, dementsprechend aufsehend­erregend waren somit auch die fotografischen Kompositionen Heartfields. [weiter lesen…]

Rebell: Che Guevara

Rebell | Che Guevara

Die Revolution trägt man nicht im Mund, um von ihr zu leben, man trägt sie im Herzen, um für sie zu sterben.*

Kreuzberg | 20.3.2012. Ikone aller Ikonen könnte der cubanische Revolutionär und Marxist Che Guevara auch genannt werden. Sein Gesicht in Kombination mit den Worten »Hasta la victoria siempre« ist das weitbreiteste Motiv auf der Welt, das für Rebellion, Revolution, Emanzipation und Befreiung steht. In ganz Lateinamerika ist er ein Volksheld, für die linken Bewegungen weltweit steht er v.a. für die reale Möglichkeit eine Revolution bewaffnet durchführen zu können. Auch hat seine Symbolfigur etwas von David gegen Goliath, [weiter lesen…]

Spanienkämpfer Fritz Teppich gestorben

Spanienkämpfer | Fritz Teppich

Im Laufe meines langen Lebens habe ich Nationalismus verschiedenster Schattierungen als eine der schlimmsten Verirrungen und Plagen der Menschheit kennengelernt.(…). Überall führte Nationalismus, so unterschiedlich er sich in einzelnen Facetten zeigen mochte, letztlich ins Abseits oder gar, wie in Deutschland, in tiefste Abgründe und größte Schande.

Kreuzberg | 10.3.2012. Am 25. Februar 2012 verstarb der antifaschistische Widerstandskämpfer Fritz Teppich in Berlin. Mit ihm starb der letzte in Deutschland lebende Spanienkämpfer.
Mit 18 Jahren ging Fritz Teppich nach Spanien und kämpfte bei den Internationalen Brigaden gegen den aufkommenden spanischen Faschismus. Er überlebte den Faschismus, musste jedoch feststellen, dass ein Großteil seiner Familie von den Nazis vernichtet worden war. Er ging zurück nach West-Berlin und widmete sein Leben dem Kampf für Frieden und gegen Faschismus, Nationalismus und Krieg.

»ICH BIN JUDE UND VOR ALLEM KOMMUNIST!«

Sie sind Jude …
… Angehöriger des jüdischen Volkes. Und vor allem Kommunist. Ich bleibe Jude, solange es Antisemiten gibt. [weiter lesen…]

Rebellin: Marina Ginestà

Rebellin | Marina Ginestà

Wir hatten das Gefühl, dass die Vernunft auf unserer Seite ist und wir siegreich den Krieg beenden werden.*

Barcelona | 24.2.2012. Das Foto einer jungen Milizionärin auf dem Dach des Hotels Colón in Barcelona vom Juli 1936 ist heute Symbol für den Widerstand der Spanischen Republik gegen den Putsch der Truppen unter dem späteren faschistischen Diktator General Franco.
Lange war die abgebildete Person unbekannt, bis ein Journalist 2008 Marina Ginestà in Paris ausfindig machte. Die 89 alte Frau war mit 17 Jahren in Spanien Übersetzerin für eine psycho­analytischen Arzt gewesen und beteiligte sich bewaffnet an der Verteidigung der sozialistischen Idee. [weiter lesen…]



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